Suzanne Gossot
Suzanne Gossot wurde im Jahre 1943 in einem kleinen, lothringischen Dorf namens Allamps in der Nähe einer Kristallglaserei geboren. Sie stammt aus armen Verhältnissen und hat einen ungewöhnlichen Lebenslauf.
Zuerst lebte sie im Waisenhaus Petit Arbois in Nancy, dann im Schloss Aroué, das niederbrannte, und schliesslich im Internat des Collège von Toul. Anschliessend war ihr Vater, ein Forstwirt, der Ansicht, dass sie nun ausreichend unterrichtet worden sei, und zwang sie im Alter von nur 14 Jahren mit der Schule aufzuhören und ihn im Sägewerk der Familie zu unterstützen.
Dort blieb sie zweieinhalb Jahre, bevor sie nach viel erfahrenem Leid weglief - Die Holzfällerin (La Bûcheronne).
Als sie 19 Jahre alt war, heiratete Suzy im Jahr 1962 einen Ingenieur. Aus dieser Verbindung gingen vier Kinder hervor.
Wegen der Arbeit von Suzannes Ehemann zog die ganze Familie im Juli 1968 ins Ausland. Sie verbrachte acht Jahre in Deutschland, drei Jahre auf der Insel Java in Indonesien, lebte in Salamanca in Spanien und in Punta Arenas in Patagonien im Süden von Chile, bevor sie die Wüste Atacama durchquerte, um einige Zeit in Arica im Norden von Chile zu verbringen. Sie beendete ihre Reise im Dezember 1982, nachdem sie drei Monate in Algier verbracht hatte - Dank einem goldenen Himmel (Grâce à un Ciel d’Or).
Danach kehrte die Familie nach Frankreich zurück, um sich im September 1983 endgültig im Baskenland niederzulassen.
Nachdem die Kinder ausgezogen waren, beschloss Suzy wieder berufstätig zu werden: Sie wurde Betreuerin in einem Altersheim. Jeden Nachmittag trainierte sie das Gedächtnis älterer Menschen mit Mnemotechnik und Liedern aus ihrer Kindheit. An der Buchmesse 2009 in Brive-la-Gaillarde (Frankreich) kaufte der Minister für Kultur Frédéric Mitterrand das Büchlein Betreuerin für ältere Menschen (Être animatrice pour personnes âgées).
Gleichzeitig zu dieser Arbeit fand sie im Jahr 1988 Zugang zu der geschlossenen Männerwelt des Boxens.
Sie erhielt die Nationallizenz als Zeitnehmerin und im Jahr 1995 die Lizenz als offizielle Vertreterin an den Sitzungen des französischen Boxverbands (FFB).
Seit über 22 Jahren zählt sie die Minuten der Runden, wiegt Amateur- und Profiboxer. Sie trifft Entscheidungen rund um Galavorstellungen. Die Herren hören auf sie!
Unter anderem stoppte sie die Zeit an drei Weltmeisterschaften und an zwei Europameisterschaften, die live von französischen und ausländischen Fernsehsendern übertragen wurden.
Über die Amtsträger schreibt Michel Acaries im Vorwort zum Buch, welches Suzy dem Reglement des FFB widmet: „... Suzy, die grosse Meisterin der Zeit...“.
Dass eine Frau diese formelle Tätigkeit im Boxring wahrnimmt, hat die Neugier des Journalisten Philippe Bouvard geweckt, und er hat sie für seine humoristische Sendung Les Grosses Têtes im französischen Radiosender RTL live per Telefon interviewt. Stoppuhr... Bereit? Boxen… (Chrono… Prêt ? Boxe...)
Im September 2008 wurde sie von den sechs Boxclubs-Präsidenten des Departements zur Präsidentin des Departements-Ausschusses der Pyrénées Atlantiques gewählt.
Im Jahr 1999 erhielt sie die Bronzeplakette des FFB.
Im Juni 2009 übergab ihr der Präsident der Region Aquitanien, Bruno Petracco, die Silberplakette des FFB.
Im Januar 2009 wurde sie zum Mitglied des CDOS (Olympia- und Sportkomitee des Departements) gewählt. Sie ist dort zuständig für den Ausschuss, der die Klubs in Bezug auf einen behindertengerechten Zugang kennzeichnet. Das Ziel ist, behinderten Menschen den Zugang zum Sport und zum gemeinsamen Clubleben mit validen Sportlern zu ermöglichen.
Im Jahr 2004 wurde Suzy in einen Autorenzirkel aufgenommen, der von Claude Bourdel in Bayonne gegründet wurde. Die Definition einer Novelle lautet: „Das Schreiben einer kurzen Geschichte mit wenig Figuren und einer immer überraschenden Wendung.“
Suzy ist stark geprägt vom Ozean und stellte zu diesem Thema einen Sammelband mit ungefähr zwanzig illustrierten Novellen zusammen: Ein paar Schritte vom Meer entfernt (A quelques pas de la Mer).
Gemeinsam mit Patrick Larriveau, ebenfalls Mitglied des Autorenzirkels, schrieb sie einen weiteren Sammelband, der im Juli 2010 erschien. Darin finden sich ungefähr zwanzig illustrierte Novellen, deren Geschichten sich anderswo abspielen, daher der Titel Reisen, Reisen (Voyages, voyages).
Im Mai 2007 trat sie an einem Kolloquium mit dem Thema „Sport und Literatur“ auf, das vom Präsidenten des Vereins Les Amis du Lac d‘Hossegor, Eric Gildard, organisiert wurde. Der Verein bringt Dichter, Maler, Schriftsteller und Redner zusammen.
Suzy wurde auch dort Mitglied.
Das Leben hängt nicht vom Zufall ab, sondern von Begegnungen: Nach zwanzig Jahren traf Suzy Line Pierné wieder, französische Vizepräsidentin, Präsidentin von Aquitanien und der Côte Basque des Verbands Femmes3000, Frauen des dritten Jahrtausends. Line Pierné gab ihren Platz als Vertreterin der Côte Basque ab, als sie zur Nationalpräsidentin des Verbands gewählt wurde.
Dieser Verband bringt Frauen zusammen mit dem Ziel, ihre Teilnahme am öffentlichen, wirtschaftlichen und sozialen Leben zu erhöhen und Projekte zu entwickeln, die die Frauen sichtbar und ihre Fähigkeiten bekannt machen. Jeden zweiten Dienstag im Monat werden verschiedene Themen behandelt. Frauen erzählen, was auf ihrem Lebensweg aussergewöhnlich war.
Suzy wurde Mitglied des Verbands.
Im Jahr 2008 wurde sie Co-Präsidentin von Femmes3000 der Côte Basque.
Im Jahr 2009 nimmt sie von der Nationalpräsidentin Line Pierné die Palme du Bénévolat (Auszeichnung für ehrenamtliche Tätigkeiten) entgegen.
Suzanne Gossot ist ihre eigene Pressesprecherin.
Mit ihrem Pilgersack voller Bücher besucht sie Bibliotheken und organisiert Autogrammstunden, unter anderem in Buchhandlungen.
In verschiedenen lokalen Zeitungen und Fernsehsendern sowie auf France 3 Aquitaine sind zahlreiche Zeitungsartikel und Porträts über sie erschienen.
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